Bericht Josefin Böhm

Bei ca. 15 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ging es morgens 9:45 Uhr auf die Laufstrecke quer durch Berlin. Die Sehenswürdigkeiten konnten genossen werden und die hohe Anzahl an Zuschauern feuerte kräftig an. Ich konnte meinen ersten Marathon erfolgreich beenden und genieße noch immer die Eindrücke.

Nach langer krankheitsbedingter Pause im Sommer blieben noch fünf Wochen zur Vorbereitung. Schlussendlich entschied ich mich trotzdem zu starten, mit dem großen Ziel durchzuhalten und anzukommen. Dies gelang am Ende mit einigen Gehpausen. Die Eindrücke auf der Strecke – von Siegessäule bis zum Brandenburger Tor – und die Resonanz der Zuschauer/innen am Rand waren einfach unbeschreiblich und überwältigend.

Bericht Alexandra Soike

Um 10.00 Uhr ging es endlich los, eine wilde Horde Marathonis bewegte sich langsam durch den Startbereich.

Alles lief ohne Zwischenfälle ab. Mein persönlicher Wasserträger versorgte mich wie abgesprochen an den Verpflegungspunkten. So ließ ich Kilometer für Kilometer hinter mir. Durch die hohe Anzahl der Läufer blieb es nicht aus, dass es auch mal zu kleineren Zusammenstößen kam.

Ohne Probleme konnten die ersten 25 km absolviert werden, bis plötzlich ein mentales Tief, mich an meine Grenze brachte. Das bunte Treiben entlang der Strecke und die Rhythmen der Trommler hielten mich am Laufen. Zahlreiche motivierende und aufmunternde Zurufe ertönten aus der Zuschauermenge.

Als ich km 30 passierte, hatte ich meinen Tiefpunkt überwunden. Mithilfe eines weiteren Power-Gels konnte ich neue Kraft schöpfen und versuchte ein konstantes Tempo auf den letzten 12 km zu halten. Doch als ich an dem Punkt der körperlichen Erschöpfung angekommen war, fühlten sich die letzten km wie ein zusätzlicher Halbmarathon an. Irgendwann meldete sich dann so langsam die Muskulatur und die Beine fingen an zu schmerzen. Die letzten Kilometer musste ich wirklich beißen. Mit dem Credo: „ Den Schweinehund, lässt du gefälligst draußen schlafen“ hielt ich mich am Laufen.

Bis Kilometer 41 – einmal um die Kurve, dann sah ich schon das immer näher kommende Ziel – das Brandenburger Tor.

Es war eine Mischung aus Freude, Stolz und Erleichterung als ich endlich die Ziellinie überquerte. Ein Glücksmoment zum Festhalten. Denn mittlerweile waren die Schmerzen in den Beinen schon fast unerträglich geworden. Von den tausenden Zuschauern wurde man gefühlt fast bis ins Ziel getragen. Etwa 300 m hinter dem Brandenburger Tor war sie dann, die Ziellinie.

Und die Moral von der Geschicht: Entweder du stehst in der Dixischlange oder nicht…